30 Jahre UNESCO-Welterbe

Ein besonderes Jubiläumsjahr für Schönbrunn

Vor 30 Jahren wurden Schloss und Gärten von Schönbrunn und Tiergarten Schönbrunn in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Seitdem gilt Schönbrunn nicht nur als eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs, sondern auch als international anerkanntes Kulturdenkmal und beliebter Fixpunkt für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.

Grundlage dafür war das Engagement Österreichs zum Erhalt des materiellen und immateriellen Kulturerbes: Am 18. Dezember 1992 unterzeichnete die Republik Österreich das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. 

Anlässlich der 20. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO (World Heritage Committee) wurden „Schloss und Gärten von Schönbrunn“ im Dezember 1996 in die Welterbeliste eingetragen. Gemeinsam mit dem „Historischen Zentrum der Stadt Salzburg“ gehört Schönbrunn somit zu den ältesten Welterbestätten in Österreich. Inzwischen ist die Zahl auf 12 Welterbestätten österreichweit angewachsen.

 

Der Weg zum UNESCO-Welterbe

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Die sorgfältige Pflege und kontinuierliche Restaurierung von Schloss und Park Schönbrunn reicht weit zurück und war Grundlage dafür, dass das Ensemble 1996 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet wurde.

1642

1696

1743

1873

1918

1945

1996

Stich von Tobias Sadeler aus: Georg Matthaeus Vischer, Topographia archiducatus Austriae inferioris, 1672

Seit dem 16. Jahrhundert als Jagdgebiet im Besitz der Habsburger, werden „Lusthaus“ und Garten erstmals in den Quellen als Schönbrunn bezeichnet. Als Sommersitz einiger kunstsinniger Kaiserin-Witwen ist Schönbrunn ein Schauplatz des Kulturlebens des frühbarocken Wiener Hofes.

Prospect des Kaiserlichen Jagd- und Lustschlosses Schönbrunn“  Kupferstich nach einer Vorlage von Johann Bernhard Fischer von Erlach

Nach Plänen des Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach wird mit dem Bau des Schlosses begonnen, das in seinen Grundzügen bis heute besteht. Das ambitionierte Projekt bleibt jedoch zunächst unvollendet.

Die Ruine in dem Garten des K. K. Lustschlosses von Schönbrunn

Beginn des Ausbaues zur Sommerresidenz unter Maria Theresia. In die von 1740 bis 1780 dauernde Regentschaft dieser bedeutenden Monarchin datieren die bis heute prägenden Elemente von Schloss und Gartenanlage. 1778 wird der Schlosspark für die Allgemeinheit geöffnet.

Empfangssalon Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin

Im Zuge der Wiener Weltausstellung werden die Repräsentationsräume des Schlosses nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen für die Besichtigung geöffnet. Der Zustand der Anlage unter Kaiser Franz Joseph (1848 bis 1916) gilt als verbindlicher Horizont für denkmalpflegerische Maßnahmen.

Notiz betreffend die Öffnung der kaiserlichen Schlösser für die allgemeine Besichtigung beginnend mit Ostersonntag, dem 20. April 1919

Nach dem Ende der Monarchie übernimmt die Republik Österreich Schloss und Park und damit die Verantwortung für Pflege, Erhalt und Verwaltung des Ensembles.

Kriegsschäden an der Gloriette

Der Zweite Weltkrieg hinterlässt Zerstörungen, die in den Folgejahren behoben werden. Schönbrunn entwickelt sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten touristischen Sehenswürdigkeiten Wiens.

Haupttor Schloss Schönbrunn, aktuelle Situation

Schloss und Gärten von Schönbrunn werden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Diese Auszeichnung ist zugleich auch Verpflichtung, die historische Anlage trotz intensiver Nutzung zu schützen und für die kommenden Generationen zu erhalten.

Kernkriterien des Welterbes Schönbrunn

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Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste setzt den Nachweis eines „Außergewöhnlichen Universellen Wertes“ (Outstanding Universal Value – OUV) voraus. Dieser beschreibt, warum eine Stätte für die gesamte Menschheit von besonderer Bedeutung und damit schützens- und erhaltenswert ist. Schönbrunn erfüllt vier der zehn UNESCO-Kriterien, die das Ensemble als herausragendes Kulturdenkmal von weltweiter Bedeutung auszeichnen.

Gesamtkunstwerk aus Schloss & Gärten

Das Schloss und die Gärten von Schönbrunn zählen zu den eindrucksvollsten und am besten erhaltenen Barockensembles in Europa. Die Gärten sind in ihrer symmetrischen Anlage und Gestaltung untrennbar mit dem Schlossbau verbunden. Es handelt sich dabei um ein herausragendes Beispiel einer barocken Gesamtanlage, bei der eine Vielzahl künstlerischer Formen meisterhaft verschmelzen – eine einzigartige Verbindung aus Kunst und Natur.

Repräsentative Sommerresidenz

Schloss Schönbrunn und seine weitläufigen Nebengebäude sind der Inbegriff einer kaiserlichen Residenz, die vielen Anforderungen gerecht werden musste: Das Schloss ermöglichte eine repräsentative Hofhaltung in prunkvoll ausgestatteten Sälen sowie Wohnkomfort für die kaiserliche Familie, und in den seitlichen Trakten waren Räume der Versorgung und Verwaltung sowie Quartiere des Hofpersonals untergebracht.

Schönbrunns barocke Gartengestaltung

Die Struktur der Gartenanlage des 18. Jahrhunderts ist praktisch unberührt erhalten geblieben und hat in späterer Zeit nur punktuelle Veränderungen erfahren. Integrale Bestandteile der barocken Gestaltung sind alle Gartenbereiche einschließlich des 1752 gegründeten Tiergartens, der Brunnen, Skulpturen, Denkmäler und Gartengebäude. Dabei sind auch die visuellen Bezüge zur Umgebung Schönbrunns zu berücksichtigen.

Wandel der Herrschergenerationen

Schönbrunn steht als wirkmächtiges Symbol für die Macht und den Einfluss des Hauses Habsburg-Lothringen über einen bedeutenden Zeitraum europäischer Geschichte vom Ende des 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Entsprechend den sich wandelnden Bedürfnissen und Geschmacksvorstellungen unterschiedlicher Generationen erlebten das Schloss, seine Innenausstattung und der Schlosspark auch Veränderungen, bei denen der barocke Gesamtcharakter aber stets bewahrt wurde.

Die Menschen hinter dem Welterbe

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Anlässlich des Jubiläumsjahres werden die Menschen, die hinter diesem Erfolg stehen, sowie die Arbeit, die sie täglich leisten, besonders in den Vordergrund gerückt. Gerade im zentralen Bereich der präventiven Konservierung und Restaurierung der historischen Anlage wird Beachtliches geleistet.

So wird unter der Leitung der wissenschaftlichen Abteilung derzeit der 191 m2 große Zeremoniensaal restauriert. Die Bauabteilung begleitete etwa die Restaurierung der Chinesischen Kabinette oder die Fassadenrestaurierung der Gloriette. Einblicke in diese Arbeiten geben wir begleitend auf unseren Social-Media-Kanälen.

Welterbe zu sein, ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. Wir bewahren dieses einzigartige Ensemble mit größter Schonung der historischen Substanz und entwickeln es zugleich verantwortungsvoll weiter, damit Schönbrunn auch für kommende Generationen erhalten bleibt und erlebbar ist.

Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group

UNESCO Welterbetag 2026

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Blick von oben auf Schloss Schönbrunn mit Welterbelogo links oben

Am 18. April 2026 wird Österreichs Welterbe gefeiert - darunter auch die einzigartige Welterbestätte Schönbrunn. Das diesjährige 30. Jubiläum als UNESCO-Welterbe nimmt die Schönbrunn Group zum Anlass, bei zwei exklusiven Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten außergewöhnliche Räume des Schlosses in den Fokus zu rücken. Der Link zur Registrierung folgt in Kürze.

Es sind die unterschiedlichsten, aber authentisch überlieferten Interieurs, die wesentliches Zeugnis über vergangene Lebensweisen ablegen und gleichzeitig das künstlerische und handwerkliche Können der zurückliegenden Epochen dokumentieren. Besonders prägend war Kaiserin Maria Theresia, die Schönbrunn zu ihrer zentralen Residenz machte und entscheidenden Einfluss auf seine Gestaltung nahm. Ihre politischen und kulturellen Ambitionen machten Schönbrunn zu einem bedeutenden Macht- und Lebenszentrum der Habsburger. 

Ab dem 10. April erwarten Sie zudem spannende Inhalte auf unseren Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram, die den außergewöhnlichen universellen Wert des Welterbes Schönbrunn auf anschauliche Weise erlebbar machen.

Nachhaltiger Umgang mit Welterbe

Erfahren Sie mehr über den Schutz und nachhaltigen Umgang mit Welterbe.

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