Garten unter Maria Theresia

Während Maria Theresias für den Umbau und die Ausstattung des Schlosses verantwortlich zeichnete, so widmete sich ihr Gemahl, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, und sein aus Lothringen stammender Künstlerkreis der Ausgestaltung des Gartens.

Garten unter Maria Theresia

Die Anlage wurde erweitert und durch ein neues sternförmiges Alleensystem mit vielfältigen Wege- und Blickverbindungen gegliedert, wobei die mächtigen Diagonalalleen mit der dominierenden Mittelachse im Zentrum des Schlosses zusammentreffen. Der barocke Garten Schönbrunns sollte der herrschaftlichen Repräsentation dienen und wurde als kontinuierliche Fortsetzung der repräsentativen Innenräume nach außen aufgefasst.

Vor der südseitigen Gartenfassade des Schlosses, dokumentiert durch das Gemälde von Bernardo Belotte, genannt Canaletto, datiert um 1760, beanspruchte das Parterre mit seinen streng symmetrisch angelegten Beeten die größte Ausdehnung. Die Beete waren aus feinem Buchs auf bunten Steinen gestaltet und aufgrund dieser Stickereimustern ähnlichen Ornamenten als „Broderieparterres“ bezeichnet. Seitlich des Parterres schlossen die sogenannten Boskette an, die aus streng gestutzten Baum- und Heckenkulissen geformt und mit kleinen Plätzen versehen wurden. Im Jahre 1753 ließ der naturwissenschaftlich interessierte Kaiser Franz I. Stephan im westlichen Teil des Schlossgartens Richtung Hietzing den Holländisch-Botanischen Garten anlegen, ein Jahr zuvor erfolgte die Gründung der Schönbrunner Menagerie. Während Schloss und Garten um 1760 weitgehend fertig gestellt waren, zeigte sich

der Schönbrunner Berg in der Verlängerung des Großen Parterres nach wie vor als ungestaltete Waldschneise. Nach aufwendigen Planungen des Hofarchitekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg entschied sich die seit 1765 verwitwete Maria Theresia schweren Herzens, eine vereinfachte Lösung der neuen Gartengestaltung zu realisieren: Am Fuße des Schönbrunner Berges sollte der Neptunbrunnen entstehen und auf der Bergkuppe die Gloriette erbaut werden. Der Hügel selbst sollte anstelle von aufwendigen Terrassen lediglich mit Zickzack-Wegen erschließbar sein.

Mit dem Ausbau des Schönbrunner Berges war auch eine Neugestaltung des Großen Parterres verbunden. Diese Neugestaltung umfasste die Aufstellung von mythologischen Figuren in den seitlich begrenzenden Heckenwänden des Großen Parterres, die 1777 von Johann Wilhelm Beyer und seiner Werkstatt ausgeführt wurden. Gleichzeitig wurden auch zahlreiche Gartenobjekte, unter anderem die Römische Ruine, der Obeliskenbrunnen, der Schöne Brunnen und die Kleine Gloriette errichtet. Die Arbeiten waren 1780, im letzten Lebensjahr Maria Theresias abgeschlossen, der Garten – mit Ausnahme der Kammergärten – wurde bereits ein Jahr zuvor für die Bevölkerung geöffnet.