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Chinesisches Kabinett

Die Chinesischen Kabinette

Die beiden Kabinette wurden um 1755/60 mit kostbarsten Objekten aus Ostasien ausgestattet und geben Zeugnis für die im frühen 18. Jahrhundert einsetzende Vorliebe und Bewunderung für fernöstliche Lackarbeiten, Seidentapeten und Porzellane aus China und Japan, die in zunehmenden Maße die fürstliche Wohnkultur in Europa prägten.

Auch Maria Theresia liebte Chinoiserien, die in mehreren Schönbrunner Räumen Eingang fanden. Die Chinesischen Kabinette (auch Ostasienkabinette) weisen eine weiße Wandvertäfelung mit reich vergoldeten Rocaillen auf. Zwischen den Spiegeln sind kostbare chinesische Lacktafeln verschiedener Größen und Formen eingelassen, bemalt mit Architekturen, Landschaften und Genreszenen. Aus den vergoldeten Rahmen wachsen gleichsam kleine Konsolen, auf denen Figuren, Vasen und andere Gefäße aus Porzellan stehen, deren Herkunft aus China und Japan ebenso wie europäischer Provenienz eindeutig bestimmt werden kann.

Bemerkenswert sind auch die aus der gleichen Zeit stammenden, feuervergoldeten Rokoko-Leuchter mit Kerzentassen und -tüllen aus Email sowie die kostbaren Fußböden aus verschiedenen exotischen und einheimischen Hölzern in einer überaus raffinierten Marketerieausführung.

Beide Räume dienten Maria Theresia als Konferenz- und Spielzimmer, im Chinesischen Rundkabinett fanden unter anderem auch geheime
Konferenzen und Besprechungen mit ihrem Staatskanzler Fürst Kaunitz statt. Fürst Kaunitz, der im darüber liegenden Geschoß ein Appartement hatte, konnte über die hinter dem Rundkabinett liegende „Kaunitzstiege“ direkt in das Kabinett gelangen.


Weiterführende interessante Literatur:

  • Krist, Gabriela/Iby, Elfriede (editors). Investigation and Conservation of East Asian Cabinets in Imperial Residences (1700 – 1900). Lacquerware and Porcelain. Converence 2013 Postprints. Wien-Köln-Weimar 2015
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