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17. Februar 2017

Schlosskapelle Schönbrunn wurde aufwändig restauriert

Mitten im Herzen von Schloß Schönbrunn befindet sich die Schönbrunner Schlosskapelle – ein barockes Schmuckstück, welches selbst manchen Wienerinnen und Wienern noch einigermaßen unbekannt ist. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wird hier die heilige Messe gelesen – nun wurde die Kirche aufwändig restauriert. 

Auch wenn sich das genaue Baujahr der Kapelle nicht mit hundertprozentiger Sicherheit datieren lässt, weiß man, dass hier seit Kaiser Joseph I. – also seit Anfang des 18. Jahrhunderts – die Messe gelesen wird. Die kaiserliche Familie hielt sich während der Gottesdienste meist im Kapellenschiff auf, hin und wieder benutzte sie auch das Oratorium – eine Art erhöhte Privatloge. Zur Zeit Maria Theresias erlebte die Seelsorge in Schönbrunn eine besondere Blüte. Ausschlaggebend dafür waren die große Kinderzahl der Kaiserin und die damit verbundene Ausweitung der Hofhaltung. Aus demselben Grund ließ die Kaiserin 1773 – gleichzeitig mit der Vermehrung der „Emporen“ – auch die Oratorien und den Zugang zu ihnen umgestalten. Ansonsten ist die Schlosskapelle eine der ganz wenigen Teile des Schlosses, der noch so erhalten ist, wie unter Fischer von Erlach um 1700 geplant und gebaut. Eines der letzten denkwürdigen Ereignisse aus der Zeit der Monarchie war wohl die Aufbahrung des in Schönbrunn verstorbenen Kaisers Franz Joseph in der Schlosskapelle. Dies geschah im November 1916 vor der Überführung des Leichnams in die Hofburg.

Restaurierung bis ins Detail
Da sowohl bauliche Substanz als auch die Ausstattung der Kapelle in die Jahre gekommen sind, beauftragte die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebs Ges.m.b.H. (SKB) das Architekturbüro DI Georg Töpfer mit  der Planung und örtlichen Bauaufsicht zur umfassenden Restaurierung, die Baukosten liegen bei rund einer Million Euro (netto). „Die notwendigen Arbeiten waren sehr vielseitig: hierzu gehören sämtliche Architekturoberflächen, historische Gemälde und Fenster, Mobiliar, sowie auch technische Anlagen“, erklärt SKB-Geschäftsführer Franz Sattlecker. „In enger Abstimmung mit Schönbrunn haben wir ein individuelles Konzept entwickelt, welches auf die Besonderheiten der Schlosskapelle eingeht“, ergänzt Baudirektor Harald Gnilsen von der Erzdiözese Wien.
Neben den Sanierungsarbeiten an allen Decken, Wänden, Altären und historischen Holzbänken wurde den drei Altargemälden und dem Deckenfresko aus dem Jahre 1744 viel Aufwand gewidmet. Das Fresko zeigt Maria Magdalena, die in andächtiger Haltung zu den Personifikationen der drei göttlichen Tugenden – Glaube, Liebe, Hoffnung - aufschaut. Eine besondere Herausforderung stellten die historischen Fensterflügel mit Bleiverglasung dar. Architekt Georg Töpfer: „Von der Verglasung von 16 Flügeln waren nur noch sechs erhalten. Für die Rekonstruktion der übrigen zehn Flügel musste zunächst das passende historische Glas in den vier passenden Farbtönen und Strukturen gefunden werden.“

Schmuckstück für besondere Anlässe
Heutzutage hat die Kapelle innerhalb Schönbrunns eine gewisse Sonderrolle. Sie gehörte bislang nicht zu den klassischen Besichtigungstouren durch das Schloss, wird aber in Zukunft auch für Besucher geöffnet sein. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen, wo die Kirche auch für Wienerinnen und Wiener frei zugänglich ist, stellt die Kapelle einen sehr beliebten Ort für besondere Anlässe wie Hochzeiten und Taufen dar. Die Restaurierung der Schlosskapelle ist nahezu abgeschlossen, noch bis April werden letzte Arbeiten an einem Oratorium durchgeführt.

Presserückfragen:
David Scheurich, tatwort – Nachhaltige Projekte GmbH
david.scheurich@tatwort.at
Tel. 01-409 55 81-211

Pressemitteilung Schlosskapelle
Fotodownload: http://transfer.tatwort.at/public.php?service=files&t=76444e30f55eb5751140dca2189bdc46

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