Neues Besucherzentrum startet Probebetrieb.
Mehr als 7,5 Millionen Menschen besuchen jährlich das Areal von Schloß Schönbrunn. Davon sind 2,7 Millionen zahlende Gäste, die das Schloss selbst oder weitere Attraktionen wie Irrgarten, Kronprinzengarten oder Gloriette besichtigen. 4,8 Millionen nutzen die frei zugänglichen Parkanlagen sowie weitere Einrichtungen im Areal. Die hohe Besucherfrequenz stellt besondere Anforderungen an Empfang und Steuerung der Besucherströme.
Um die Ankunftssituation beim Ticketverkauf im Bereich des Hauptzugangs zur Schlossanlage weiter zu optimieren, entschied sich die Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH (SKB) im Jahr 2009, ein funktionales Besucherzentrum errichten zu lassen. Am Montag, 3. September, startet der Probebetrieb.
Das neue Besucherzentrum findet sich direkt beim Haupteingang, im Gardetrakt im linken Eingangsbereich zum Ehrenhof. „Es ist uns gelungen, in die historische Substanz des Weltkulturerbes ein Zentrum mit hoher Serviceorientiertheit einzubauen“, sagt der Geschäftsführer der SKB, Dr. Franz Sattlecker. Infozonen, Gastronomie, Shop und WC-Anlagen mussten ebenso untergebracht werden wie die Ticketverkaufsstellen selbst und die Wartebereiche.
Ticketverkaufszonen mit sechs statt bisher vier Kassen und zusätzlichen Ticketautomaten garantieren eine rasche Abwicklung. Das neue Besucherzentrum hat ein Fassungsvermögen von gleichzeitig 400 Gästen. Ergänzt wird das Angebot durch komfortable Aufenthaltszonen, ansprechende Gastronomie, einen gut sortierten Shop sowie Sanitäranlagen. Das neue Besucherzentrum wird vor allem den Individualreisenden als Anlaufstelle dienen. Den alten Eingangsbereich frequentieren weiterhin in erster Linie Gruppenreisende.
Das Bauvorhaben wurde sorgfältig mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt. Im Inneren des Gardetrakts wurden die Zwischenwände entfernt und die Dachkonstruktion erneuert. Das schaffte Platz für eine großzügige Empfangshalle. Die SKB führte dafür einen EU-weiten baukünstlerischen Wettbewerb durch, den das junge Grazer Architektenteam Martin J. Konrad und Katharina M. Hengel für sich entschied. Im Zuge des Umbaus wurden außerdem die Fassaden saniert und an der Westseite die historischen Türöffnungen wieder hergestellt.
Die Baukosten betragen 6,5 Millionen Euro. Noch im Oktober soll das Besucherzentrum vom Probe- in den Vollbetrieb übergehen.