Die Portraits von Erzherzogin Maria Anna, Schwester von Maria Theresia, und Herzog Karl Alexander von Lothringen vervollständigen nun die Familiengeschichte Maria Theresias im Schreibzimmer Franz Karls.
Erzherzogin Maria Anna (*14.10.1718 † 16.12.1744), die Schwester Maria Theresias, heiratete am 7. Jänner 1744 Herzog Karl Alexander von Lothringen, den Bruder ihres Schwagers Franz Stephan. Das Paar reiste noch im selben Jahr nach Brüssel, wo Karl Alexander die Statthalterschaft übernahm. Die Erzherzogin starb bereits elf Monate nach der Vermählung am 16. Dezember 1744 im Alter von 26 Jahren, von Maria Theresia tief betrauert, an den Folgen einer Totgeburt.
Herzog Karl Alexander von Lothringen war seit 1736 in der Österreichischen Armee tätig. Im Jahr 1744 von Maria Theresia zum Generalgouverneur der Niederlande ernannt, residierte er nach dem frühen Tod seiner Gattin ab 1748 in Brüssel, wo er am 4. Juli 1780 starb. Karl Alexander hinterließ keine Nachkommen und sein Vermögen gelangte in der Folge an den Wiener Hof. Nach einer Versteigerungswelle, die sein Neffe Joseph II. veranlasste, gelangten Teile seiner berühmten Imari-Porzellansammlung in die Hofsilber- und Tafelkammer, wie sie heute ncoch zu besichtigen sind.
Die Pastellportraits wurden im Auktionshaus Hampel, München, erworben, um im Schreibzimmer Franz Karls in Schönbrunn die Familiengeschichte Maria Theresias zu vervollständigen. Die Bildnisse sind Kopien eines Portraitpaares, das Jean Etienne Liotard 1744 anfertigte, und das sich heute in Weimar befindet. Der Künstler ist unbekannt, die künstlerische Qualität außerordentlich gut.
Bildnisse Maria Theresias und ihrer Familie waren im 18. Jahrhundert an den europäischen Fürstenhöfen sehr begehrt; sie wurden kopiert oder mit geringen Variationen wiederholt und gelangten in diverse Schlösser und Sammlungen. Das von der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) erworbene Bildnispaar stammt aus italienischem Privatbesitz. Bis zum Verkauf wurden die Portraits im Schloss Duino, Eigentum Thurn und Taxis, aufbewahrt.